Wo gehobelt wird, fallen Späne…

Auch in der Medizin. Meine 31-jährige Betreute, die schwer psychisch erkrankt ist und seit Jahren in offenen und geschlossenen Wohneinrichtungen lebt, unterzog sich im Jahr 2020 aufgrund eines Bandscheibenvorfalls einer Operation an der Wirbelsäule in der neurochirurgischen Klinik des DIAKO Krankenhauses in Flensburg. Operiert werden sollte eigentlich die Höhe LWK 5/SWK1. Eine MRT-Untersuchung nach dem durchgeführten Eingriff ergab allerdings eine operative Behandlung der Höhe LWK 4/5. Die Betreute musste sich in der Folge einem weiteren neurochirurgischen Eingriff unterziehen, erlitt in der Zwischenzeit aufgrund der entstandenen Belastungssituation eine Exazerbation ihrer schweren psychischen Erkrankung und musste auch noch mehrere Tage vor dem Hintergrund einer lokalen Wundinfektion intensivmedizinisch behandelt werden.

Die Klinik haben wir inzwischen wegen eines Behandlungsfehlers in Anspruch genommen und dazu die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern angerufen. Die Klinik hat nunmehr den Vorwurf einer Operation in der falschen Höhe eingeräumt, eine Kausalität in Zusammenhang mit den sonstigen Komplikationen aber bestritten. Entschuldigt hat man sich bei der Betreuten übrigens nicht.

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