Verfahrensbeistandschaft

Als Verfahrensbeistand („Anwalt des Kindes“) vertrete ich im kindschaftsrechtlichen Verfahren die Interessen des Mindesjährigen. Das zuständige Familiengericht hat dem minderjährigen Kind gem. § 158 Abs. 1 FamFG einen Verfahrensbeistand zu bestellen, soweit dies zur Wahrnehmung seiner Interessen erforderlich ist.

Die Bestellung ist nach § 158 Abs. 2 FamFG in der Regel erforderlich, wenn das Interesse des Kindes zu dem seiner gesetzlichen Vertreter in erheblichem Gegensatz steht, in Verfahren nach den §§ 1666 und 1666 a BGB, wenn die teilweise oder vollständige Entziehung der Personensorge in Betracht kommt, wenn eine Trennung des Kindes von der Person erfolgen soll, in deren Obhut es sich befindet, in Verfahren, die die Herausgabe des Kindes oder eine Verbleibensanordnung zum Gegenstand haben, oder wenn der Ausschluss oder eine wesentliche Beschränkung des Umgangsrechts in Betracht kommt.

Zu den Aufgaben des Verfahrensbeistandes gehört es in erster Linie, das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Der Verfahrensbeistand hat dabei regelmäßig das subjektive Interesse in Form des Kindeswillens und das objektive Interesse in Form des Kindeswohls zu berücksichtigen. Der Verfahrensbeistand informiert das Kind ferner in geeigneter Weise über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens und nimmt insgesamt Einfluss auf die kindergerechte Gestaltung des Verfahrens. Dem Verfahrensbeistand steht im Interesse des Kindes gegen die Entscheidungen des Familiengerichts weiterhin das Rechtsmittel der Beschwerde zum Oberlandesgericht zu.