Streit mit der Targobank AG

Den meisten Berufsbetreuern sind Auseinandersetzungen mit Banken nicht unbekannt, da Betreuungsverfahren, die den Aufgabenkreis der Vermögenssorge umfassen, zusätzliche (unbezahlte) Arbeit für die kontoführenden Banken bedeuten. Bei einigen Banken wie der Hamburger Sparkasse arbeitet man vorbildlich mit Berufsbetreuern zusammen und geht offensichtlich davon aus, dass man seinen Kunden auch in Krisensituationen, in denen Menschen unter Umständen auf die Hilfe und Unterstützung eines Betreuers angewiesen sind, beistehen sollte. Anders ist das bei der Targobank. Dort verweigert man Betreuern im Multimedia-Zeitalter gerne mal den Zugang zum Online-Banking oder stellt sich rechtswidrig auf den Standpunkt, der Betreuer müsse für jede Überweisung mit einem Ausweisdokument und dem Betreuerausweis persönlich in einer Bankfiliale vorsprechen. Besonders perfide ist es aber, wenn man es – jedem Versuch einer rechtlichen Belehrung zum Trotz – einfach ignoriert, dass eine Betreuung ohne Einwilligungsvorbehalt für die Vermögenssorge schlichtweg keinen Einfluss auf die Geschäftsfähigkeit des Betreuten hat und einem unter Betreuung stehenden Menschen kurz vor Weihnachten den Zugang zum Girokonto sperrt.

Ganz ähnlich sah das auch das Amtsgericht Düsseldorf im Verfahren 48 C 685/18 und erließ auf meinen Antrag vom 20.12.2018 noch am selben Tag eine einstweilige Verfügung gegen die Targobank AG, mit der diese verpflichtet wurde, meiner Betreuten Verfügungen über das auf ihrem Girokonto vorhandene Guthaben zu gestatten.

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